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 XPT 021 - 30
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27.PRESSE-ECHO

Celan-Poeme für zwei Bratschen

Die Impressionen auf drei Celan-Gedichte orientierten sich, und zwar gar nicht programmatisch, nur insofern am vorgegebenen Text, als sie dessen latente Verzweiflung, Resignation und Hoffnungslosigkeit einfingen. Die Gedichte selbst durften nur zur Einstimmung dienen, richtungsweisend halfen sie beim Verständnis der musikalischen Formelsprache des Komponisten für die genannten Ausdrucksziele. Die Vertonung des „Psalm", die stillste, kontemplativste Arbeit, deutete \ mit überirdischen Flageoletts, leisen Pizzicato, Klopfen und fernem Kratzen und zerfließendem Schluss in jenseitige Welten. Die „Todesfuge" arbeitet mit Geräuschen zwar nicht chronologisch am Text entlang, läßt aber eindeutige Assoziationen zu. Hier kreischt Verzweiflung auf, hallen harte Schritte genagelter Stiefel ... Im „Schneebett" wieder impressionistische Trostlosigkeit, die an die Stimmung des „Psalm" anknüpft.
-fend-
Bremen Dezember 82




Zwei Bratschen duettierten

Letzteres galt auch für die „Impressionen auf Gedichte von Paul Celan". In dieser jüngeren und umfangreicheren dreiteiligen Bratschenpoesie steckt mehr als das Spiel von Klängen und Linien, verbirgt sich Gedankenarbeit und ein Streben, das kaum Sagbare mit Hilfe von zwei Streichinstrumenten zu vermitteln. Dabei hatte man eigentlich mit den auf drei Seiten im Programmanhang abgedruckten Gedichten von Celan („Psalm", „Todesfuge" und „Schneebett"), ihren Metaphern, Surrealismen und Grenzwertaussagen schon genugsam zu tun, ohne Mitvollzug des musikalischen Ereignisses. Was da in Erinnerung blieb, waren eine Impression der drei Impressionen, ein sicheres Gefühl für die Ernsthaftigkeit des Anliegens und die Befähigung des Komponisten, schließlich die Fülle außerordentlich reizvoller wie überraschender Stimmführungen und Klangwirkungen.

Bremen Dezember 1982




Reizvolle musikalische Begegnungen

Das Konzert schloß mit DREI IMPRESSIONEN NACH GEDICHTEN VON PAUL CELAN , die Xaver Thoma 1980 schrieb und die in Graz uraufgeführt wurden. Die Gedichttexte dienen lediglich als Stimmungsvorlage, daher ist das Werk keine Programm-Musik. Lebhafte und rhythmische Teile werden abgelöst von ruhig dahinfließenden Linien in den „Psalmen", streckenweises Aufbäumen und Hang zur düsteren Stimmung beherrschen die „Todesfuge", während der letzte Teil („Schneebett") sehr lyrisch aufgebaut ist.
-an-
EJZ 20.6.86




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